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Franz Michalski verhindert das Vergessen

Zeitzeugengespräch mit Petra und Franz Michalski

Für neunzig Minuten ist es ganz still in der Sporthalle des Theodor-Heuss-Gymnasiums. Über dreihundert Schülerinnen und Schüler lauschen gebannt der Geschichte, die Petra und Franz Michalski gemeinsam erzählen. Franz Michalski überlebte als Junge die grausame Judenverfolgung des Dritten Reichs auf dramatische Weise. Gemeinsam mit seiner Frau berichtet er seit vielen Jahren an Schulen von dieser schrecklichen und dunklen Zeit. Dank einer Einladung von Religionslehrerin Almuth John erhielten sie nun die Möglichkeit, auch am THG die stillen Helfer von damals zu ehren und ein Vergessen zu verhindern.

Das Sprechen fällt ihm selbst zunehmend schwer, sodass seine Frau Petra aus seiner Kindheit berichtet. Sie zeigt Fotos von seiner Familie und seinen Freunden aus dieser Zeit. Die Bilder blieben lange Zeit in einem Kuhstall unter dem Stroh versteckt und sind seitdem Zeitzeugen, die den Vortag in beeindruckender Weise bereichern. Frei, ungeschönt und minutiös erfahren die Zuhörer an diesem Tag, wie sich Franz ein ums andere Mal aus den Fängen der Nazis retten konnte – stets unterstützt von Helfern, die der Familie Michalski Zuflucht boten und dadurch selbst ihr Leben riskierten.

„Trotz aller Härte und Grausamkeit dieser Zeit, ist es uns wichtig, dass Franz und ich auch mal für einen Lacher sorgen“, sagt Petra Michalski im Anschluss. Dies passt zur

Lebensfreude, die die beiden ausstrahlen und die auch den Schülerinnen und Schülern des THG sofort auffällt.

„Wenn nur einer von euch zu Hause von unseren stillen Helfern erzählt, haben wir unser Ziel bereits erreicht. Nämlich, dass nie vergessen wird, dass es Menschen gab, die sich gegen das menschenverachtende Vorhaben der Nazis gerichtet und uns das Leben gerettet haben.“

Mit diesen Worten schließen die Michalskis die Veranstaltung. Ihr Vorhaben ist ihnen   am THG eindrucksvoll gelungen.

Manuela Drechsel und Fabian Sturm